Interview zum Jahreswechsel

 

Zum Jahreswechsel hat der "Ostfriesische Kurier" verschiedene Fragen an Fraktion und Vorstand der SPD gestellt. Im Folgenden veröffentlichen wir unsere Antworten:



1) Welches Fazit steht für die SPD unter dem Jahr 2015 auf Norderney?

 

Wir haben in unserer Partei, im Vorstand, in der Fraktion und im Rat der Stadt viel gearbeitet und sehr viel für unsere Insel erreicht. Mit einer gewissen Zufriedenheit blicken wir auf das vergangene Jahr zurück, haben aber für die Zukunft noch viel vor.
 

 

2) Mit dem Fünf-Sterne-Hotel und dem Hafenterminal sind nach dem neuen Nationalpark-Haus Anfang 2015 zwei weitere Mammutprojekte für die Insel auf den Weg gebracht worden und auch auf dem alten Namuth-Grundstück soll nun gebaut werden dürfen. Was ist Ihrer Meinung nach bei all diesen Vorhaben im Sinne der Insel zu beachten?


Die SPD hat diese Projekte in den letzten Jahren mit auf den Weg gebracht, um das Gesamtangebot auf Norderney weiter zu entwickeln und zu verbessern. Jedes Vorhaben muss dabei für sich betrachtet werden.
Beim Fünf-Sterne-Hotel werden wir vordringlich darauf achten, dass die benötigten Mitarbeiter auch angemessen untergebracht werden. Dies muss auch weiterhin das Ziel im gesamten Hotel- und Gaststättengewerbe, sowie im Einzelhandel und Handwerk sein. Die Stadt und seine Gesellschaften können nicht für alle Einwohner der Insel, ob fest oder saisonal beschäftigt, für bezahlbare Unterkünfte zuständig sein. Hier ist jeder Unternehmer in seiner Fürsorgepflicht gefordert. Nur zufriedene Mitarbeiter erbringen einen guten und umfangreichen Service für die Einwohner und Gäste Norderneys.
Das Bauvorhaben der Reederei am Hafen ist aufgrund der stetig steigenden Gästezahlen eine absolute Notwendigkeit. Dies haben wir aktuell zum Jahreswechsel wieder gesehen. In diesem Rahmen bietet sich die einmalige Chance auch die Situation im ruhenden und fließenden Verkehr am Hafen endlich in geregelte Bahnen bringen.

Das Nationalparkhaus profitiert aus einer Ordnung in diesem Bereich enorm, da es vor der Tür des exklusiven Hauses eher nach einem chaotischen Rastplatz aussieht. 

Das Nationalpark-Erlebnis-Zentrum muss – der Bedeutung Norderneys entsprechend - zur Weltnaturerbe-Begegnungssstätte vom Land Niedersachsen ausgewiesen werden, damit hier zusätzliche finanzielle Mittel eingeworben werden können, damit die Attraktivität des Hauses durch wechselnde Ausstellungen gesichert wird. Wir werden aber für die Zukunft sehr deutlich die Ertragslage der Einrichtung im Auge behalten müssen. 

Die SPD wird außerdem darauf achten, dass der heutige Service der Reederei im „Haus Schiffahrt“ auch in Zukunft im Ort angeboten wird. Daher ist ein vernünftiges Konzept zwischen Reederei, Stadt und Staatsbad zu erarbeiten.

Beim so genannten Namuth-Gelände werden die SPD –Vertreter einer Bebauung nur zustimmen, wenn ein deutlicher Nutzen für die Insel und die Insulaner in dem notwendigen Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan deutlich festgeschrieben wird.



3) Die einen nennen Hinnis Tuun naturbelassen, die anderen verwahrlost. Welchen Vorschlag haben Sie für das Areal?

 

Das Grundstück in der Weststrandstrasse ist sicherlich in seinem jetzigen Zustand keine Augenweide. Die Stadt Norderney hat sich im Rahmen der Kommunalisierung des Staatsbades Anfang der 2000er Jahre gegenüber dem Land Niedersachsen vertraglich verpflichtet dieses Areal wertvoll zu beplanen. Wir sehen uns an den Vertrag gebunden, da es ein Gesamtvertrag ist, der auch die notwendigen Kureinrichtungen einbezieht, die der Insel Norderney unter Auflagen übertragen wurden.

Wenn überhaupt, sieht die Norderneyer SPD auch in diesem Bereich nur eine Verwendung, wenn diese den Einwohnern unserer Insel zu Gute kommt. Hier könnte z.B. das Thema „betreutes Wohnen“ eine Rolle spielen oder das Einheimischenmodell fortgesetzt werden.

 

 

4) Beim Tourismus soll jetzt verstärkt „Qualität statt Quantität“ gelten. Wird Norderney damit weiter zur „Insel der Reichen und Schönen“?

 

Qualität ist nicht nur ein Privileg der „Reichen und Schönen“.

Wir Norderneyer können stolz auf die Tatsache sein, dass wir mittlerweile ein vielfältiges Angebot für unsere Gäste bereithalten. Die Nachfrage nach hochwertigen Unterkünften ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Angebot und Nachfrage bestimmen da den Markt. Die Zeiten der Fremdenzimmer mit Etagendusche und –toilette sind vorbei. Die SPD unterstützt Investitionen in mehr Qualität, wenn diese den Bebauungsplänen und den Erhaltungssatzungen entsprechen. In diesen Plänen haben wir in den letzten Jahren festgeschrieben, dass bei Bauvorhaben Dauerwohnraum erhalten und geschaffen werden muss. Dies schränkt die übertriebene Gewinnmaximierung von Investoren ein. 

 

 

5) Der demografische Wandel trifft auch Norderney. Was muss künftig aus Sicht der SPD unbedingt für Kinder und was für ältere Menschen getan werden?  

 

Beim Angebot für Kinder und Jugendliche sind wir auf einem guten Weg. Die

Erweiterung der Krippenplätze ist in der Umsetzung. Zusätzlich zum Spielpark „Kap Horn“ wird nun auch der Spielplatz am Kap neu und attraktiv gestaltet, wie wir es schon 2011 in unserem Wahlprogramm angesprochen haben.

In der Jugendarbeit wurde eine Jugendpflegerin eingestellt, die zusammen mit der Schule und den Vereinen einen neuen Weg gehen will. So soll z.B. ein Jugendcafé entstehen. Das bisherige Jugendzentrum, wie wir es bisher kannten, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Der demographische Wandel wird auch bei der weiteren Schulentwicklung ein Thema sein.

Daher wird die Schulentwicklung für die Stadt Norderney als

Schulträger eine zentrale Aufgabe sein. Hier kann uns nur eine ehrliche Sichtweise für die Zukunft die Richtung weisen.
 

Die älteren Einwohner unserer Insel haben den Anspruch und den Verdienst einen würdevollen Lebensabend auf Norderney verbringen zu können. Das Senioren- und Pflegeheim „Haus Inselfrieden“ wird dem nicht gerecht. Wer die Insel für unsere Generation so gut für die Zukunft aufgestellt hat, hat verdient einen würdevollen Lebensabend zu verleben.

Der Weg der „Norderney Genossenschaft“, im ehemaligen Marienheim betreutes Wohnen anzubieten, ist ein erster Schritt, um den demographischen Wandel zu erkennen diesem Rechnung zu tragen.

Die Stadt Norderney muss, wie schon erwähnt, auch in dieser Richtung weiterdenken. Um die bestmögliche Versorgung der Seniorinnen und Senioren zu erreichen, werden wir uns mit möglichen Trägern solcher Einrichtungen zusammensetzen. 

Auch die Fitnessgeräte für ältere Bewohnern, die im Wesentlichen vom Seniorenförderverein organisiert wurden, sind ein Zeichen dafür, dass wir gemeinsam auf die älteren Mitbürger und Gäste eingehen. Jedem Förderer sind wir hierfür dankbar.

 

 

6) Und welches Thema müsste Ihrer Meinung nach zwischen all den Bau-, Wohn- und Tourismusdebatten auch dringend mal auf den Tisch?

 

Die Bau-, Wohnungs- und Tourismusdebatten sind wohl die existenzsichernden Themen auf Norderney, welche immer weiter und immer wieder zu diskutieren sind.

Wenn wir an diesen Bereichen weiter so intensiv arbeiten wie bisher, können viele andere Sachthemen davon profitieren.

Der Erhalt unseres Krankenhauses ist eines unserer wichtigsten Ziele. Wir brauchen dieses Haus für die Grundversorgung unserer Einwohner und Gäste. Es muss eine dauerhafte Lösung mit dem Land Niedersachsen und den Kostenträgern erreicht werden, um die ärztliche Versorgung und die Situation für die Mitarbeiter sicher zu stellen. Auch dazu werden wir alle Kontakte nutzen.

Die hochfrequentierten Rad- und Wanderwege sollten neu geordnet werden. Fahrradfahrer und Fußgänger müssen voneinander getrennt werden, wie es zwischen Ems- und Tannenstraße oder am Fuße der Kap-Düne schon geschehen ist. Eine der natur- und umweltgerechte Lösung muss hier gefunden werden und mit dem Land Niedersachsen gemeinsam auf den Weg gebracht werden.

Im Service- und Dienstleistungssektor erwarten wir von der Arbeitsagentur, dass die Geschäftsstelle wieder dauerhaft besetzt ist, dass auch die Dienstleistungen und der Service des Jobcenters Aurich verbessert werden. Auch die Serviceleistungen und die Sprechtage der Rentenversicherung auf Norderney können ausweitet werden.  

 

Wenn es uns gelingt diese Herausforderungen anzunehmen und zu lösen, hat die Politik Großes geleistet, aber eine reine kurzfristige Sichtweise wird uns nicht weiterentwickeln.

Hier besteht unsererseits besonders der Wunsch, dass alle Verantwortlichen den Blick nach vorne richten und es nicht eine Gruppe gibt, die alle Themen direkt ablehnt.

Wir sind Neuem gegenüber aufgeschlossen, wollen Bewährtes bewahren und Norderney damit für die Zukunft wappnen.                

 
    Kommunalpolitik
 

 


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